Die Geschichte der Samba-Musik

Während der portugiesischen Kolonialherrschaft wurden ab dem 16. Jahrhundert afrikanische Sklaven nach Brasilien verschleppt und zwangschristianisiert. Dennoch hielten die Sklaven an ihren ursprünglichen religiösen und anderen kulturellen Traditionen fest. Unter anderem brachten sie Musikstile aus unterschiedlichen Regionen Afrikas mit.

Ein markantes Stilmittel dieser Musik sind rhythmische Figuren, die häufig betonte Schläge zwischen den Zählzeiten aufweisen (Synkopen) und damit einen deutlichen Unterschied zur traditionellen europäischen Musik darstellen. Aus den Synkopen entsteht eine stärkere Dynamik, da die Zählzeiten (Beats) nicht als stark begrenzende Elemente eingesetzt sind. Die Rhythmik wirkt leichter und fließender. Ähnlich wie in der nordamerikanischen Musik vermischten sich diese Gestaltungsmerkmale mit europäischen Einflüssen, im Falle der Samba-Musik insbesondere dem portugiesischem Fado und der europäischen Tanzmusik.

Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich aus dieser Fusion ein eigenständiger Musikstil, der durch die Erfindung der Schallplatte rasch verbreitet und populär wurde. In den 1920er Jahren entstanden in Rio de Janeiro die ersten Sambaschulen, die teilweise heute noch existieren. Viele der ursprünglich afrikanischen Rhythmus-Elemente haben sich bemerkenswerterweise, trotz sehr unterschiedlicher Entwicklungsgeschichten, bis heute sowohl in der afroamerikanischen Musik Nordamerikas als auch in der karibischen sowie südamerikanischen Musik erhalten und finden sich häufig in heutigen, populären Stilrichtungen wieder.

Das typische Klangbild des Samba ergibt sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Perkussions-Instrumente und auf unterschiedliche Tonhöhen gestimmter Trommeln.